Neugier als Praxis
Wandel ist kein Ausnahmezustand, den wir aussitzen. Er ist Teil der Arbeit selbst. Design verschiebt sich ständig durch neue Technologien, neue Anforderungen, neue gesellschaftliche Gegebenheiten und neue Fragen, die vorher niemand gestellt hat. Die Frage ist nicht, ob wir uns damit auseinandersetzen, sondern wie.
Warum Neugier eine Kompetenz ist, keine Charaktereigenschaft
Design ist ein Feld, das sich laufend verändert. Neugier ist für uns die Antwort darauf. Wer wartet, bis sich die eigene Rolle von außen klärt, gerät ins Reaktive. Neugier ist deshalb kein Persönlichkeitsmerkmal, das man hat oder nicht hat, sondern ist eine aktive Entscheidung: sich selbst mit dem zu befassen, was gerade passiert, statt zu warten, bis es einen einholt. Das heißt auch, Wandel zu antizipieren und Ausschau danach zu halten, wo sich Räume für produktive Veränderung eröffnen, bevor sie offensichtlich werden. Solche Räume liegen oft abseits von Kundenprojekten, in denen Zeit zum Denken bleibt, ohne dass sofort etwas abgeliefert werden muss. Manchmal ist es aber auch das Projekt selbst, das diesen Raum öffnet, weil ein Thema dort gerade nützlich sein kann.
Wie wir das leben
Teile Inspiration, Entdeckungen, Gedanken und Erkenntnisse mit dem Team. Was eine:r von uns gerade findet oder lernt, geht auch die anderen etwas an. Niemand ist als Einzelperson auf sich allein gestellt und trotzdem entscheidet am Ende jede:r selbst, was sie oder er verinnerlicht und was zur eigenen Arbeitsweise passt.
Geh aktiv auf andere zu. Wenn du merkst, dass du von jemandem etwas lernen kannst oder dich interessiert, wie jemand an eine Sache herangeht, such das Gespräch und nimm mit, was du daraus für dich selbst gebrauchen kannst.
Probier aus und perfektioniere später. Der Umgang mit einem neuen Tool muss nicht produktionsreif sein, um es kennenzulernen. Und was dabei vielleicht erst mal schiefgeht, ist viel mehr Material zum Lernen als ein Rückschlag.
Wir veranstalten interne Workshops nicht nur zu dem, was ein Projekt gerade verlangt, sondern zu dem, was uns interessiert und beschäftigt. Im Austausch untereinander verarbeiten wir, was für uns gerade relevant ist – manchmal im größeren Rahmen, manchmal auch im Einzelgespräch in einer kleineren, fokussierten Session.
Hinterfrage Bestehendes. Prozesse und Haltungen sind nicht in Stein gemeißelt. Nur weil etwas lange funktioniert hat, heißt das nicht, dass es weiterhin die beste Lösung ist. Wenn sich zeigt, dass ein Ablauf nicht mehr passt oder eine Haltung überholt ist, sprechen wir das offen an, auch wenn es bedeutet, etablierte Routinen infrage zu stellen, an die sich alle gewöhnt haben.
Der eigene Anteil
Neugier lässt sich nicht auf einen Termin im Kalender legen. Sie beginnt mit Fragen, die man sich immer wieder stellen muss: Wo würde ich gerade etwas mehr Offenheit brauchen? Was nehme ich einfach hin, ohne es zu hinterfragen? Was würde ich gerne ausprobieren? Welche Dinge verändern sich gerade um mich herum oder könnten in der Zukunft wichtig werden? Solche Fragen sind vielmehr eine Haltung und Gewohnheit als einmalige Checks. Je mehr jede:r Einzelne diese Neugier und Offenheit lebt, desto mehr wird daraus ein Team, das gemeinsam mit offenen Augen durch die Welt geht – und genau in diesem Zusammenspiel liegt die eigentliche Stärke.
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