Discover-Phase
Das Angebot ist freigegeben. Der Briefing steht. Der Kundenwunsch ist klar artikuliert. Und doch ist jedes Projekt anders. Je nach Umfang und Tiefe, beginnen wir mit der Exploration oder starten direkt in erste Umsetzungsentwürfe. Ist zwar das Ziel klar, der Weg dorthin aber noch nicht, ist es ratsam, erst genauer zu verstehen, was überhaupt entstehen soll. Die Discover-Phase ist der Raum dafür. Hier suchen wir Richtung, bevor wir sie festlegen.
Freiheit vor Form.
Discovern heißt für uns, den Gedanken freien Lauf lassen. Keine vorschnellen Grenzen, keine zu frühe Festlegung auf eine Lösung. Die größte Stärke dieser Phase ist Breite. Ideen, Eindrücke, Stimmungen, Referenzen. Alles darf erst einmal nebeneinander stehen, ohne sofort bewertet zu werden. Erst wenn genug Material da ist, beginnt das Sortieren.
In den meisten Projekten bündeln wir das in einem Canvas-Tool wie Figma oder Figjam. Moodboards, Skizzen, Notizen, Screenshots. Alles an einem Ort, für alle im Team sichtbar.
Das Briefing ist der Kompass.
Freiheit heißt nicht orientierungslos zu sammeln. Das Briefing aus der Planungsphase ist unser Ausgangspunkt. Ziele, Zielgruppe, Scope, Rahmenbedingungen. Wer in der Discover-Phase das Briefing nicht kennt, erfindet ein anderes Projekt und arbeitet damit am Ziel vorbei. Stelle deshalb sicher, dass du das Briefing gelesen und verstanden hast. Hinterfrage Aussagen, die für dich keinen Sinn machen und spiegle deine Bedenken mit dem Team.
Kund:in, Kontext, Konkurrenz.
Gute Discovery geht über Moodboards hinaus. Wir lernen die Kund:in kennen: Wie werden Entscheidungen getroffen? Welche Ansätze hatten bereits Erfolg? Was hat nicht funktioniert? Wir schauen nach außen: Markt, Wettbewerb, ähnliche Projekte. Und wir hinterfragen das eigentliche Problem. Nicht nur das Symptom, das in der Anfrage steht, sondern die Ursache dahinter. Manchmal liegt die richtige Lösung in einem anderen Gewerk, als ursprünglich gedacht.
Vom Sammeln zum Festlegen.
Discover endet nicht mit hundert offenen Ideen. Es endet mit einer Richtung, die wir begründen können. Welche Konzepte tragen das Briefing? Welche fallen weg – und warum? Dieser Schritt ist Define im Double Diamond: divergieren, dann konvergieren. Das Ergebnis kann ein Workshop-Protokoll sein, ein FigJam-Board, ein Konzeptdeck. Entscheidend ist, dass das Team und die Kund:in verstehen, wohin es geht, bevor die Umsetzung beginnt.
Der Schulterblick schließt die Phase.
Am Ende der Discover-Phase steht ein gemeinsamer Schulterblick mit allen Projektbeteiligten. Kein Reporting, sondern ein gemeinsamer Blick auf die Richtung. Trägt das Konzept? Fehlt noch Substanz? Ist die Kund:in mit an Bord? An solchen Terminen zählt es, gut vorbereitet zu sein. Unsere Arbeit ist bedeutungslos, geschieht sich nicht im Kontext des Briefings. Wir nehmen Feedback an oder begründen, warum wir anderer Meinung sind. Was aus diesem Termin folgt, dokumentieren wir in Basecamp – damit niemand auf Erinnerungen angewiesen ist.
Am Ende dieses Prozesses steht eine Richtungsentscheidung, die kundenseitig freigegeben werden muss. Erst dann gehtes weiter in die Umsetzungsphase in der wir Konzeption in Gestaltung übersetzen.
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