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Hundert verschiedene Ideen, zehn verworfene Entwürfe und ein Projekt, das nicht richtig vorangehen will. Die eigenen Vorstellungen, wie ein Projekt aussehen und wie es umgesetzt werden soll, hat man im Kopf meist klar definiert. Diese dann aber genauso klar an jemand anderen zu kommunizieren und plötzlich möglichst genau beschreiben zu müssen, fällt dann schon eher schwer.

Wenn Botschaften und Emotionen diskutiert werden, die es zu vermitteln gilt, dann passiert das größtenteils in Worten. Das gleiche Wort ruft jedoch meist in verschiedenen Personen ein anderes Bild vor Augen hervor. Denk doch zum Beispiel mal an das Wort gemütlich. Siehst du vor deinem inneren Auge einen lodernden Kamin in einer Holzhütte? Eine Picknickdecke im hohen Gras? Einen Sonnenuntergang am Strand? Oder siehst du vielleicht sogar etwas ganz anderes? So kommt es bei der Umsetzung von Projekten nicht selten dazu, dass sich die Vorstellungen der Beteiligten in gänzlich unterschiedliche Richtungen bewegen, was wiederum schnell zu Missverständnissen und Zeitverlust führen kann.

Um all das zu umgehen – oder zumindest zu minimieren –, gibt es eine einfache Lösung: Erstell’ doch für dein nächstes Projekt mal ein visuelles Brainstorming, ein Moodboard. In diesem Artikel wollen wir dir erklären, was das überhaupt ist und warum es dein Projekt ganz nebenbei optimal unterstützen kann.

Collagen basteln – das ist doch was für Kinder?

Eine faszinierende Technik, ein signifikantes Visualisierungstool, eine Wand der Inspiration – oder ganz einfach: Ein Moodboard ist eine bunte Sammlung von Fotos und Bildern, Farben, Mustern und anderen gestalterischen Elementen, die alle eine bestimmte Stimmung oder ein Gefühl hervorrufen sollen und so ein Bild des Endprodukts formen – quasi eine Stimmungscollage. Klingt erst mal kitschig, ist aber wirklich hilfreich. Hier ist es wichtig, dass es keineswegs darum gehen soll, Fotos oder grafische Elemente 1:1 zu übernehmen oder Ideen einfach zu klauen. Ein Moodboard sammelt lediglich sämtliche Inspirationen, um die Ideen als kreative Impulse zu nutzen und daraus etwas völlig Neues zu schaffen.

Moodboards werden aufgrund ihrer Einfachheit und der Abbildung des vermeintlich Offensichtlichen oft als überflüssig abgestempelt, unterschätzt und vernachlässigt. Sie sind allerdings ein fundamentaler Schritt im Workflow und nahezu essentiell für eine reibungslose(re) Zusammenarbeit zwischen Kund:in und Agentur. In ein gutes Moodboard muss sich niemand aufwändig “einlesen”, es transportiert die Ästhetik und das Gefühl des Endprodukts auf den ersten Blick. Dabei ist nichts in Stein gemeißelt, sondern es hilft vor allem zu Beginn des Projekts, dass sowohl du als auch wir als Agentur das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren und ein Gefühl dafür bekommen, wie dein Produkt am Ende aussehen soll. So können wir in diesem Schritt aktiv zusammenarbeiten, du bist am Kreativprozess beteiligt und leistest einen wichtigen Beitrag auf dem Weg zum Endprodukt.

Welche Arten von Moodboards gibt es?

Die einfachste Art sind rein visuelle Moodboards, die sich vor allem auf die Optik, die Ästhetik und das Feeling fokussieren, das dein Produkt am Ende mitbringen soll.

Häufiger greift man aber auf inhaltliche Moodboards zurück, bei denen man schon etwas mehr in die Tiefe geht. Hier geht es um das Sammeln von Input, der schon eine Verbindung zum Produkt hat und so beim Betrachten direkte Assoziationen weckt. Es zeigt nicht nur, wie dein Produkt später aussehen und wirken soll, sondern gibt dir auch schon einen Einblick in seine Funktionsweise. Diese sogenannte X-Y-Analogie hilft dir und allen am Projekt beteiligten Personen dabei, zu sehen, in welche Richtung sich dein Produkt bewegen soll, sowie deine Vorstellungen von Optik und Inhalt zu vereinen und festzuhalten.

Ein Moodboard findet seinen Einsatzbereich übrigens nicht nur im Business-Bereich, sondern kann dir auch dabei helfen, deine nächste Reise, ein Outfit für einen bestimmten Anlass, oder dein neues Wohnzimmer besser zu planen.

Moodlandung – Wie finde ich die richtige Stimmung und fange sie ein?

Wenn du eine ungefähre Vorstellung davon hast, wie dein Projekt mal aussehen soll, dann wird es auch schon Zeit, sich auf die kreative Reise zu begeben und in die gestalterische Umsetzung zu stürzen. Das Moodboard kann dabei helfen, zwischen Idee und Entwurf zu vermitteln und sowohl deine Vision abzubilden, als auch unsere Ideen und Vorschläge damit zu vereinen.

Wie erstellt man ein Moodboard?

Während man Moodboards früher noch per Hand gebaut hat, mit Schere, Kleber und Magazinen, passiert das Ganze heute eher virtuell mit Apps wie Pinterest und Canva, oder Grafikprogrammen wie Figma oder Photoshop – um hier nur beispielhaft einige Möglichkeiten zu nennen. Bevor du mit dem Erstellen anfängst, solltest du verinnerlichen, dass es beim Moodboard zuerst nicht darum gehen soll, sich schon fertig designte Elemente, wie Webseiten oder Poster, anzuschauen. So kannst du verhindern, dich in Entscheidungen zu verzetteln, die schon längst getroffen wurden und eher darauf fokussieren, neue, innovative und vor allem eigene Lösungen zu finden.

Jetzt kommt es darauf an, wie sehr du mit deinem Moodboard in die Tiefe gehen willst. Wenn du dich für ein einfaches visuelles Bord entscheidest, suchst du im ersten Moment nur nach Fotos, die das gewünschte Gefühl des Endprodukts transportieren. Je mehr, desto besser. Diese müssen dabei nicht mal direkt mit dem Produkt in Verbindung stehen, sondern dir einfach das Gefühl geben, dass sie zu deinem Projekt passen. Empfehlenswerter ist es unserer Meinung nach, direkt ein inhaltliches Moodboard zusammenzustellen. Dafür gehst du ähnlich vor wie beim visuellen, ergänzt aber deine Suche um bereits existierende Produkte, die dir helfen, dein Endprodukt bildlich zu beschreiben und einzuordnen, was es am Ende darstellen soll.

Dann nimmst du diesen “Bilderberg” und schaust ihn dir genauer an: Was haben alle Fotos gemeinsam? Welche Emotion(en) rufen sie in dir hervor? Passen diese Emotionen zum Produkt? Nach diesen Gesichtspunkten solltest du das Moodboard dann “aufräumen” und gegebenenfalls noch mal ergänzen. Danach kann man anhand der ausgewählten Fotos eine grobe Farbpalette definieren, in der sich dein Produkt am Ende bewegen soll und diese auf dem Moodboard grafisch ergänzen. Auch passende Schriftzüge und andere Grafikelemente, auf die du bei deiner Suche gestoßen bist, kannst du auf deinem Moodboard festhalten. Das Wichtigste sind allerdings die Fotos und dass sie auch ohne sonstige Elemente funktionieren und für die entsprechende Stimmung stehen.

Hier siehst du zwei einfache visuelle Moodboards, die sich vor allem auf Farben und Atmosphäre konzentrieren. Im linken werden Einfachheit und Ruhe vermittelt. Es verwendet kaum Farbe und wirkt so auf positive Weise zurückhaltend, friedlich und entspannend. Rechts wird durch grelle, bunte Lichter in Kombination mit Dunkelheit eine spannende Atmosphäre der Nacht geschaffen. Das Moodboard transportiert Lebendigkeit, Bewegung und schafft gleichermaßen eine gewisse Mysteriösität.

Alles andere als Zeitverschwendung

Falls du immer noch denkst: “Moodboards sind Zeitverschwendung, das schau ich mir doch nie wieder an.”, findest du hier noch einmal in ein paar Punkten zusammengefasst, warum ein Moodboard ein echter Gamechanger für dein nächstes Projekt sein kann, oder besser: sein wird:

  • Die Angst vor den unendlichen Möglichkeiten eines leeren Blatts/Dokuments (Funfact: In kreativen Kreisen gibt es mittlerweile sogar ein Wort dafür – Atelodemiourgiopapyrophobia), kann gar nicht erst entstehen, denn durch das Moodboard ist der erste Stein schon gelegt.
  • Jede in das Projekt involvierte Person ist auf dem gleichen Stand, das Moodboard dient als gemeinsame Richtlinie im gesamten Gestaltungsprozess.
  • Wenn Fotos Bestandteil deines Endprodukts sein sollen, weißt du durch das Moodboard bereits, wie diese ungefähr aussehen sollen.
  • Es braucht viel weniger Zeit, die richtige Farbpalette für dein Endprodukt festzulegen.
  • Durch die gesammelten Inspirationen kann man kreative Blockaden leichter umgehen.

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