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Web-Analytics-Software ist heutzutage Standard. Datenschutz leider noch nicht. Auf unserem Weg zu einer nachhaltigeren Kommunikation mit natürlicher Anziehungskraft haben wir uns gefragt, ob aussagekräftige Zahlen und Daten sowie die Verantwortung für die Privatsphäre unserer Besucher immer im Widerspruch zueinander stehen müssen. Unser Gedanken und Lösungsansätze hierzu, liest du in diesem Artikel.

Was ist überhaupt Tracking und wozu brauche ich es?

Als Angebot von Informationen, zur Darstellung des eigenen Unternehmens im digitalen Raum oder zum Verkauf von Services oder Produkten – jede Website sollte ein spezifisches Ziel verfolgen. Das beste und ambitionierteste Ziel bringt dir jedoch nicht viel, wenn du nicht weißt, wie du es misst. Sogenannte »Analytics Tools« helfen dir dabei, das Verhalten der Nutzer:innen deiner Webseite durch Metriken sichtbar zu machen, sie zu analysieren und anhand deiner eigenen KPIs (Key Performance Indicators, dt. Erfolgskennzahlen) abzugleichen sowie bei Bedarf gegenzusteuern.

Tracking (to track = folgen) hilft dir also bei der Aufzeichnung des Nutzerverhaltens sowie der anschließenden Auswertung, um so Aufschluss über die Quellen deiner Besucherströme, die Reichweite deines Angebots und die Messbarkeit deines Erfolges zu erhalten. Genauer gesagt, bekommst du Antworten darauf,

  • wie viele Nutzer:innen dein digitales Angebot hat (Unique Visitors),
  • woher deine Nutzer:innen kommen (Referrer/Sources),
  • womit deine Nutzer:innen am stärksten interagieren (Klickrate/Pageviews),
  • wie oft diese Nutzer:innen wiederkehren (Recurring Visitors),
  • wo und wann deine Nutzer:innen wieder gehen (Bounce rate),
  • wie lange Nutzer:innen auf deiner Seite verweilen (Session duration) und
  • wie viele Nutzer:innen das von dir erwartete Ziel erreichen (Conversion-Rate).

Das so erhaltenen Feedback hilft dir anschließend dabei, dein Angebot benutzerfreundlicher zu gestalten, Maßnahmen auf Grundlage der jeweiligen Datenlage zu priorisieren und letztlich deine Ziele besser und schneller zu erreichen. Auch du solltest deshalb nicht auf Tracking verzichten. Die Frage ist also nicht ob, sondern vielmehr wie wir das Verhalten unserer Nutzer:innen tracken sollen.

Google Analytics – das Maß aller Dinge?

Die meisten Menschen – vielleicht auch du – denken beim Begriff »Web Analytics« als Erstes an Google Analytics. Warum auch nicht; schließlich nutzen mehr als 80% der Webseiten das Tool von Google dazu, mehr über die Besucher ihres digitalen Angebots zu erfahren (Quelle). Google Analytics ist damit die mit Abstand populärste Tracking-Software am Markt. Und das hat seine Gründe: so ist die Basisversion kostenlos erhältlich, bietet eine ganze Reihe von leistungsstarken Funktionen und hat sich seit Jahren als Branchenstandard bewährt. Gerade wenn du hohe Ansprüche an das Sammeln von Daten deiner User hast und diese mit eine Vielzahl an Funktionen beleuchten willst, ist Google Analytics wohl das richtige Tool für dich. Doch es gibt auch Nachteile, auf welche wir etwas genauer eingehen möchten:

  • Komplexität: So leistungsstark Google Analytics ist, so komplex ist es. Um alle Einstellungen korrekt vorzunehmen und die angefallenen Daten vollumfänglich zu verstehen, braucht es Zeit und entsprechendes Know How. Es ist deshalb so mächtig, da es Informationen an unzähligen Datenpunkten deiner Webseite abgreift. Für viele Anwender ein Overkill, da sie nur für einen Bruchteil der gemessenen Daten eine echte und regelmäßige Verwendung haben.
  • Datenschutz: Auch wenn Google Analytics kein Geld kostet, zahlen Unternehmen dafür. Nämlich mit den Daten ihrer Besucher:innen. Google verdient sein Geld mit Werbung. Dies tut es, indem es jedem und jede im Netzt die relevantesten Anzeigen „serviert“ und so den über Google werbetreibenden Unternehmen zu mehr Klicks verhilft, wodurch diese potentiell mehr Einnahmen (Conversions) generieren können. Diese gezielte Werbung schafft eine massive globale Nachfrage nach personenbezogenen Daten, welche schließlich in Werbegewinne von Google sowie Absatzsteigerungen von Werbetreibenden umgewandelt werden.
  • Monopolisierung: Ohne zu tief in orwellsche Gefilde abzutauchen, muss man feststellen, dass das Monopol eines Anbieters, welcher sein Geld direkt wie indirekt mit dem Handel von (personenbezogenen) Daten verdient, auf Dauer nicht im Interesse des Marktes liegen kann. Tracking ist für uns Werbetreibende wichtig. Und Google bietet hierfür ein sehr gutes Tool. Die enorme Grad der Verbreitung von Google Analytics hat jedoch unweigerlich zur Folge, dass dessen Anbieter nicht mehr nur einzelne Datenpunkte (bspw. deine oder unsere Webseite) betrachten kann, sondern ein nahezu vollständiges wie übergreifendes Bild aller Nutzeraktivität durch derzeit über 50 Millionen Webseiten im WWW erhält (Quelle). Das Netz wird gläsern.
  • Nutzererfahrung: Viele Menschen haben genug von Bannerwerbung sowie ungefragten Retargeting- und Remarketing-Nachrichten und entscheiden sich deshalb dafür, einige dieser Ablenkungen zu blockieren. Mindestens ebenso nervig, jedoch im Web mittlerweile obligatorisch, sind Cookie Banner, die uns seit Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSVGO) auf nahezu allen Webseiten belästigen. Ihr grundsätzlicher Gedanke der Transparenz ist natürlich im Kern ein guter. Unserer Meinung nach sind sie jedoch im besten Szenario nur eine Übergangslösung. Ein Symptom des Konfliktes aus Datenschutz auf der einen, sowie dem Wunsch nach Messbarkeit auf der anderen Seite. Dabei geht es auch ohne Cookies. Ein weiterer Grund, warum wir uns letztendlich für eine andere Lösung als Google Analytics entschieden haben.

Simplere & datenschutzfreundlichere Alternativen

Auf der Suche nach einer privatsphärefreundlicheren Alternative zu Google Analytics stand für uns zunächst die Frage im Raum, welche Eigenschaften eine solche erfüllen muss. Für uns war klar: diametral zu Googles Geschäftsmodell des Handels mit Nutzerdaten, sollte unsere neue Tracking-Software ihr Geld transparenter verdienen. Sie durfte deshalb nicht kostenlos sein. Weiterhin achteten wir darauf, dass der Quellcode des Tools frei zugänglich war und somit nach dem Open Source Gedanken von dessen Community auf Glaubhaftigkeit überprüft werden konnte. Letztlich war für uns der Serverstandort in Deutschland ein weiteres wichtiges Indiz dafür, unter welchen Datenschutzbedingungen die so von uns ermittelten Daten verarbeitet werden. Mit diesen Filtern im Gepäck, starteten wir also unsere Suche und wurden bei folgenden Anbietern fündig:

  • Simple Analytics: Mit Einfachheit und Übersichtlichkeit punktet »Simple Analytics« aus den Niederlanden und verzichtet dabei komplett auf den Einsatz von Cookies und die Speicherung personenbezogener Daten. Es bietet alle grundlegenden Reports wie Top-Seiten, Verweise und die Aufschlüsselung nach Land und Gerät. Mit 19-59€/Monat ist es, gemessen am Funktionsumfang jedoch relativ teuer.
  • Matomo Cloud: Wer nach einer im Funktionsumfang ebenbürtigen Alternative zu Google Analytics sucht, sollte einen Blick in die Matomo Cloud riskieren. Als Open Source Software bietet sie neben allen Standard-Berichten etwa Heatmaps, Session-Recording, A/B-Tests und Custom Reports. Für rund 29€/Monat bekommt man so eine ordentliches Paket, welches jedoch ebenso wie der Primus etwas Einarbeitungszeit und Grundkenntnisse erfordert.
  • Plausible: Plausible Analytics ist ein einfaches wie datenschutzfreundliches Open-Source-Analysetool aus Estland. Der Fokus von Plausible liegt auf einfacher wie verständlicher Webanalyse bei gleichzeitig minimaler Datenerfassung und ohne den Einsatz von Cookies. Mit einem Serverstandort in Frankfurt am Main, der Nutzung von 100% mit erneuerbaren Energien und einem uns sehr sympathischen Fokus auf nachhaltiges wie ethisches Marketing überzeugte uns Plausible auch „abseits des Feldes“.

Unser Fazit

Tracking ist entgegen seines Rufs per se nichts Schlechtes. Im Gegenteil: Betreiber:innen von digitalen Angeboten verschenken Potential, verzichten sie komplett auf die Analyse ihrer Nutzerdaten. Unserer Meinung nach sind aussagekräftige Zahlen und Daten durch Web-Analyse-Tools auf der einen und Privatsphäre auf der anderen Seite kein Widerspruch zueinander.

Mit einer steigenden Sensibilität  gegenüber der eigenen Datenhoheit im Netz, steigt auch der Bedarf an Tools, die ihren Fokus auf einen verantwortlichen Umgang mit Daten legen. Google Analytics ist und bleibt der „Goliath“ unter den Trackern. Doch schaut man sich um, mangelt es nicht an Davids. Bist du auf der Suche nach maximaler Verwertbarkeit der auf deiner Webseite hinterlassenen Daten, so empfehlen wir dir weiterhin das kostenlose Tool von Google. Reicht dir ein schlankeres Tool, das neben der Analyse noch die Privatsphäre deiner Nutzer:innen wahrt, empfehlen wir dir eines der von uns oben genannten Alternativen.

Exklusiv für unsere Kunden

Datenschutzfreundliches Tracking ab 4,95€/mtl.

Einfache und datenschutzfreundliche Alternative zu Google Analytics – wir statten deine bei uns gehostete Webseite mit einem datenschutzfreundlichen Open-Source-Website-Analysetool aus, kümmern uns um alle wichtigen Einstellungen und schicken dir monatliche Berichte zu den von dir festgelegten KPI. Ohne nervige Cookies und vollständig konform mit DSGVO, CCPA und PECR. Hergestellt in der EU, gehostet in Frankfurt am Main, betrieben mit 100% Ökostrom. Ab 4,95€ monatlich pro 10.000 Seitenaufrufen.

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